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RATGEBER ELEKTROPLANUNG BÜRO

Elektroplanung im Büro: So planen Sie den Verteiler

Von der ersten Arbeitsplatzsteckdose bis zum Serverschrank. Stromkreise aufteilen, Schutzorgane wählen und einen klaren Ausgangspunkt für den Büroverteiler schaffen.

8 Min. LesezeitAktualisiert am Oktober 2026
Arbeitsentwurf für Planer / Elektriker
BÜRO / 01dreiphasig · 32 A
Von PlanMyPanel erstellter Verteiler für das Beispiel: Büro 120 m², dreiphasig 32 A
Vom Planer erstellt9 abgehende Stromkreise
Ein Plan. Verdrahtung, Einkaufsliste und Montageschritte.
01

Bevor Sie beginnen

Ein paar Angaben vorab erleichtern jede weitere Entscheidung. Sammeln Sie diese, bevor Sie den Verteilerplaner öffnen.

02

Typische Stromkreise im Büro

Denken Sie in Zonen und Funktionen. Diese beispielhafte Stromkreisliste zeigt, wie sich ein Büro in überschaubare Teile gliedern lässt.

BEISPIELHAFTE STROMKREISLISTEKupferleiter · 230-V-Stromkreise
Beispielstromkreise. Querschnitte der Kupferleitungen in Quadratmillimetern; Bemessung und Schutz sind für jede Anlage zu prüfen.
StromkreisLS-SchalterLeitung mm²SchutzHinweis
Beleuchtung GroßraumbüroB103 × 1,5FI/LS 30 mABeleuchtung von den Steckdosen trennen.
Beleuchtung BesprechungsraumB103 × 1,5FI/LS 30 mAEigene Zone, unabhängig schaltbar.
Arbeitsplatzsteckdosen · Zone AB163 × 2,5FI/LS 30 mAArbeitsplätze nach erwarteter Last gruppieren.
Arbeitsplatzsteckdosen · Zone BB163 × 2,5FI/LS 30 mAArbeitsplätze auf die Außenleiter verteilen.
Steckdosen BesprechungsraumB163 × 2,5FI/LS 30 mABildschirme und Videotechnik mit einplanen.
ServerschrankC163 × 2,5Eigener FI/LSUSV, Ableitstrom und Einschaltstrom prüfen.
Split-KlimagerätC163 × 2,5Eigener FI/LSNach Herstellerangaben auslegen.
TeekücheB203 × 4FI/LS 30 mAGleichzeitige Last der Küchengeräte prüfen.
SicherheitsbeleuchtungB63 × 1,5Eigener FI/LS*Mit der Brandschutzplanung abstimmen.

Beleuchtung Großraumbüro

LS-Schalter
B10
Leitung · mm²
3 × 1,5
Schutz
FI/LS 30 mA

Beleuchtung von den Steckdosen trennen.

Beleuchtung Besprechungsraum

LS-Schalter
B10
Leitung · mm²
3 × 1,5
Schutz
FI/LS 30 mA

Eigene Zone, unabhängig schaltbar.

Arbeitsplatzsteckdosen · Zone A

LS-Schalter
B16
Leitung · mm²
3 × 2,5
Schutz
FI/LS 30 mA

Arbeitsplätze nach erwarteter Last gruppieren.

Arbeitsplatzsteckdosen · Zone B

LS-Schalter
B16
Leitung · mm²
3 × 2,5
Schutz
FI/LS 30 mA

Arbeitsplätze auf die Außenleiter verteilen.

Steckdosen Besprechungsraum

LS-Schalter
B16
Leitung · mm²
3 × 2,5
Schutz
FI/LS 30 mA

Bildschirme und Videotechnik mit einplanen.

Serverschrank

LS-Schalter
C16
Leitung · mm²
3 × 2,5
Schutz
Eigener FI/LS

USV, Ableitstrom und Einschaltstrom prüfen.

Split-Klimagerät

LS-Schalter
C16
Leitung · mm²
3 × 2,5
Schutz
Eigener FI/LS

Nach Herstellerangaben auslegen.

Teeküche

LS-Schalter
B20
Leitung · mm²
3 × 4
Schutz
FI/LS 30 mA

Gleichzeitige Last der Küchengeräte prüfen.

Sicherheitsbeleuchtung

LS-Schalter
B6
Leitung · mm²
3 × 1,5
Schutz
Eigener FI/LS*

Mit der Brandschutzplanung abstimmen.

Werte aus dem Beispiel unten, keine Leitungsberechnung. Verlegeart, Leitungslänge, Häufung, Kurzschlussstrom und Herstellerangaben prüfen. FI-Typ und Brandschutzschalter (AFDD) erfordern eine Bewertung im Einzelfall. *Der Schutz der Sicherheitsbeleuchtung richtet sich nach der Planung der Sicherheitsstromversorgung.

03

Ein Plan zum Anfassen

So greifen die Teile in einem kleinen Büro ineinander. Nutzen Sie das Beispiel als Ausgangspunkt und passen Sie es an das tatsächliche Gebäude an.

DURCHGERECHNETES BEISPIEL

Büro 120 m², dreiphasig 32 A

Großraumbüro, Einzelbüro, Besprechungsraum, Serverschrank, Klimagerät und Teeküche.

BÜRO / 01dreiphasig · 32 A
Von PlanMyPanel erstellter Verteiler für das Beispiel: Büro 120 m², dreiphasig 32 A
Vom Planer erstellt9 abgehende Stromkreise
30/48belegte Module
9abgehende Stromkreise
Geschätzte Phasenlastvon 32 A
L1
15,8 A
L2
16,1 A
L3
12,9 A
DIE KURZE EINKAUFSLISTE
  • 1×Gehäuse 4×12 (48 Module), Kunststoff, Unterputzmontage, IP30
  • 1×Hauptschalter, C32, 4 TE
  • 1×Überspannungsableiter (SPD), Typ 2, Schaltung 3+1 (CT2), 4 TE
  • 1×Verteilerblock 4P 125 A, 13 Klemmen je Pol, 4 TE
  • 2×FI/LS-Schalter (RCBO), B10, 30 mA Typ A, 2 TE
  • 1×FI/LS-Schalter (RCBO), B6, 30 mA Typ A, 2 TE

Vom Verteilerplaner aus den Angaben oben erstellt, mit 20 % Reserveplatz als Ziel. Ihr Projekt wird abweichen: Gehäuse und Geräte abschließend mit einer Elektrofachkraft prüfen.

04

Schritt für Schritt planen

Sechs Schritte von der Raumliste zu einem Entwurf, den Sie mit Ihrer Elektrofachkraft besprechen können.

  1. 1

    Räume und Verbraucher erfassen

    Beginnen Sie mit dem Grundriss. Erfassen Sie Arbeitsplätze, Leuchten und fest angeschlossene Geräte je Raum, auch alles, was später hinzukommen soll.

  2. 2

    Hausanschluss klären

    Notieren Sie Phasenzahl, Bemessungsstrom der Hauptsicherung und Netzform. Unbekannte Werte sichtbar offenlassen, damit sie vor Ort geprüft werden.

  3. 3

    Stromkreise trennen

    Teilen Sie Beleuchtung und Steckdosen in sinnvolle Zonen. Serverschrank und größere Geräte erhalten eigene Stromkreise; die Versorgung von Sicherheitseinrichtungen gesondert prüfen.

  4. 4

    Schutzorgane wählen und abstimmen

    Strombelastbarkeit, Spannungsfall und Kurzschlussbedingungen prüfen. Auslösecharakteristik und Fehlerstromschutz passend zu Geräten und örtlichen Vorgaben wählen.

  5. 5

    Phasen ausgleichen, Platz lassen

    Verteilen Sie die erwartete Betriebslast auf L1, L2 und L3. Lassen Sie im Gehäuse Reserveplatz für künftige Stromkreise und Zubehör.

  6. 6

    Prüfen, exportieren, übergeben

    Lassen Sie den Verteiler von einer Fachplanerin, einem Fachplaner oder einer Elektrofachkraft prüfen. Schaltplan, Einkaufsliste und Montageschritte für das Installationsteam exportieren.

05

Details, die stimmen müssen

Anforderungen

DIN VDE 0100 (HD 60364) / örtliche Vorgaben

  • Hausanschluss, Netzform und Kurzschlussbedingungen der Anlage prüfen.
  • Schutz gegen elektrischen Schlag, Überstrom und Überspannung aufeinander abstimmen.
  • Anforderungen an Sicherheitsbeleuchtung und Feuerwehrschalter vor Ort klären.
  • Vor der Inbetriebnahme Erstprüfung mit Besichtigen, Erproben und Messen (DIN VDE 0100-600).
Übersicht Leitungsquerschnitte

Häufige Fehler

Kleine Versäumnisse, vermeidbare Probleme

  • −Alle Arbeitsplätze hinter einem gemeinsamen FI-Schalter.
  • −Serverschrank auf demselben Stromkreis wie Wasserkocher oder andere Küchengeräte.
  • −LS-Schalter nur nach dem Leitungsquerschnitt ausgewählt.
  • −Gehäuse voll belegt, ohne Platz für spätere Änderungen.
06

Häufige Fragen

Braucht ein Büro Drehstrom?

Nicht immer. Das hängt vom verfügbaren Anschluss, der Höchstlast und den Geräten ab. Dieses Beispiel nutzt drei Phasen und eine Hauptsicherung von 32 A; für Ihr Büro sollte die Fachplanung den Anschluss bestätigen.

Serverschrank eigener Stromkreis – nötig?

Ein eigener Stromkreis trennt die IT von Fehlern in fremden Stromkreisen. Stimmen Sie den Schutz mit den Angaben des USV-Herstellers, dem zu erwartenden Ableitstrom und Ihren Anforderungen an die Verfügbarkeit ab.

FI-Schalter oder FI/LS je Stromkreis im Büro?

Beides kann Teil einer geeigneten Planung sein. Einzelne FI/LS-Schalter trennen Fehlerströme je Stromkreis. Gemeinsame FI-Schalter können Gerätekosten sparen, aber ein Fehler schaltet dann mehrere Stromkreise ab. Koordination und örtliche Vorgaben prüfen.

Wie viel Reserve im Sicherungskasten einplanen?

Etwa 20–30 % sind ein brauchbarer Planungswert, keine allgemeingültige Regel. Denken Sie an zusätzliche Arbeitsplätze, Klimatisierung und Zubehör. Das Beispiel auf dieser Seite wurde mit 20 % Reserveplatz als Ziel erstellt.

Sicherheitsbeleuchtung und Feuerwehrschalter im Büro – Pflicht?

Das hängt von Nutzung, Rettungswegen, dem Brandschutzkonzept des Gebäudes und den örtlichen Vorgaben ab. Klären Sie es mit der verantwortlichen Fachplanung. Ein allgemeines Verteilerbeispiel kann weder die Sicherheitsstromversorgung noch die Abschaltung festlegen.

Kann ich nach dem PDF installieren?

Das PDF ist ein Arbeitsentwurf mit Schaltplan, Einkaufsliste und Montageschritten. Eine Elektrofachkraft muss die Planung mit den Gegebenheiten vor Ort und den örtlichen Vorgaben abgleichen und die fertige Anlage prüfen und messen.