Bevor Sie beginnen
Ein Hallenverteiler besteht vor allem aus Beleuchtung und einigen großen Drehstromverbrauchern. Sammeln Sie diese Angaben, bevor Sie den Verteilerplaner öffnen.
Typische Stromkreise in der Lagerhalle
Nach Funktion gruppieren, nicht nach Raum: Die Lagerhalle braucht mehrere Lichtstromkreise, und jeder große Verbraucher bekommt eine eigene Leitung. Die Zeilen stammen aus dem Beispiel.
| Stromkreis | LS-Schalter | Leitung mm² | Schutz | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Hallenbeleuchtung × 3 | B10 | 3 × 1,5 | FI/LS 30 mA | 800 m² × 5 W/m² = 4 kW: drei Stromkreise, einer je Phase. |
| Beleuchtung Büro | B10 | 3 × 1,5 | FI/LS 30 mA | Getrennt von der Halle, damit das Büro hell bleibt. |
| Sicherheitsbeleuchtung | B6 | 3 × 1,5 | Eigener FI/LS 30 mA | Einzelbatterieleuchten; nie hinter dem FI der Allgemeinbeleuchtung. |
| Hof- und Fassadenbeleuchtung | B10 | 3 × 1,5 | FI/LS 30 mA | Über Dämmerungsschalter oder Zeitschaltuhr schalten. |
| Steckdosen Halle | B16 | 3 × 2,5 | FI/LS 30 mA | Servicesteckdosen für Reinigungsmaschinen und Werkzeug. |
| Steckdosen Büro | B16 | 3 × 2,5 | FI/LS 30 mA | Rechner und Drucker für den Versandplatz. |
| Sektionaltorantrieb, dreiphasig | C16 | 5 × 2,5 | Eigener FI/LS | Charakteristik C für den Motor; Reparaturschalter am Tor prüfen. |
| Stapler-Ladegerät, dreiphasig | C16 | 5 × 2,5 | Eigener FI/LS Typ B | LS und FI-Typ laut Datenblatt des Ladegeräts. |
| Torluftschleier, 9 kW | B16 | 5 × 2,5 | Eigener FI/LS | Ohmsche Heizung: Charakteristik B, fünfadrige Leitung. |
Hallenbeleuchtung × 3
- LS-Schalter
B10- Leitung · mm²
- 3 × 1,5
- Schutz
- FI/LS 30 mA
800 m² × 5 W/m² = 4 kW: drei Stromkreise, einer je Phase.
Beleuchtung Büro
- LS-Schalter
B10- Leitung · mm²
- 3 × 1,5
- Schutz
- FI/LS 30 mA
Getrennt von der Halle, damit das Büro hell bleibt.
Sicherheitsbeleuchtung
- LS-Schalter
B6- Leitung · mm²
- 3 × 1,5
- Schutz
- Eigener FI/LS 30 mA
Einzelbatterieleuchten; nie hinter dem FI der Allgemeinbeleuchtung.
Hof- und Fassadenbeleuchtung
- LS-Schalter
B10- Leitung · mm²
- 3 × 1,5
- Schutz
- FI/LS 30 mA
Über Dämmerungsschalter oder Zeitschaltuhr schalten.
Steckdosen Halle
- LS-Schalter
B16- Leitung · mm²
- 3 × 2,5
- Schutz
- FI/LS 30 mA
Servicesteckdosen für Reinigungsmaschinen und Werkzeug.
Steckdosen Büro
- LS-Schalter
B16- Leitung · mm²
- 3 × 2,5
- Schutz
- FI/LS 30 mA
Rechner und Drucker für den Versandplatz.
Sektionaltorantrieb, dreiphasig
- LS-Schalter
C16- Leitung · mm²
- 5 × 2,5
- Schutz
- Eigener FI/LS
Charakteristik C für den Motor; Reparaturschalter am Tor prüfen.
Stapler-Ladegerät, dreiphasig
- LS-Schalter
C16- Leitung · mm²
- 5 × 2,5
- Schutz
- Eigener FI/LS Typ B
LS und FI-Typ laut Datenblatt des Ladegeräts.
Torluftschleier, 9 kW
- LS-Schalter
B16- Leitung · mm²
- 5 × 2,5
- Schutz
- Eigener FI/LS
Ohmsche Heizung: Charakteristik B, fünfadrige Leitung.
Werte aus dem Beispiel unten (TN-S, kurze Leitungen), keine Leitungsberechnung. Lange Leitungen in großen Hallen, Häufung, Umgebungstemperatur und Schleifenimpedanz können einen größeren Querschnitt erfordern. FI-Typ und Selektivität werden in der Planung bestätigt.
Das durchgerechnete Beispiel
Der Verteilerplaner hat diese Angaben in den Verteiler unten übersetzt: Hallenlicht nach Phasen aufgeteilt, Sicherheitsbeleuchtung mit eigenem FI/LS und ein Arbeitsstromauslöser für den Feuerwehrschalter an der Einspeisung.
Lagerhalle 800 m², dreiphasig 63 A
Lagerhalle, Versandbüro und Sanitärraum; Sektionaltor, Stapler-Ladegerät, Torluftschleier und Hofbeleuchtung.
- 1×Gehäuse 4×18 (72 Module), Kunststoff, Unterputzmontage, IP30
- 1×Hauptschalter, C63, 4 TE
- 1×Arbeitsstromauslöser für das Eingangsgerät, mechanisch mit dem Eingangsgerät gekoppelt, Spule 230 V AC (Zubehör desselben Herstellers), 1 TE
- 1×Überspannungsableiter (SPD), Typ 2, Schaltung 3+1 (CT2), 4 TE
- 1×Verteilerblock 4P 125 A, 17 Klemmen je Pol, 4 TE
- 6×FI/LS-Schalter (RCBO), B10, 30 mA Typ A, 2 TE
Mit 20 % Reserveplatz als Ziel erstellt. Der Planer bemängelt das IP30-Gehäuse in einer staubigen Halle und bietet IP54 per Klick an – vor der Bestellung übernehmen. Geräte und Leitungen richten sich nach der unterschriebenen Planung.
Schritt für Schritt planen
Sieben Schritte vom Grundriss zu einem Entwurf, den die Fachplanung prüfen und unterschreiben kann.
- 1
Anschluss und Netzform erfassen
Phasenzahl, Bemessungsstrom der Hauptsicherung und Netzform. Eine Lagerhalle mit Ladegerät und Torluftschleier braucht meist einen Drehstromanschluss mit 40–63 A oder mehr.
- 2
Hallen nach Fläche eingeben
Für Lagerflächen geben Sie m² statt Lichtpunkten ein. Der Planer multipliziert die Fläche mit W/m² (standardmäßig 5, änderbar) und teilt das Ergebnis in B10-Stromkreise zu etwa 1,5 kW, verteilt auf die Phasen.
- 3
Sicherheitslicht und Feuerwehrschalter ergänzen
Beides ist bei Lagerhallen standardmäßig aktiv. Die Sicherheitsbeleuchtung erhält einen B6-Stromkreis mit eigenem 30-mA-FI/LS; der Feuerwehrschalter ergänzt einen Arbeitsstromauslöser an der Einspeisung. Leuchtenanordnung und Tasterposition kommen aus der Brandschutzplanung.
- 4
Große Verbraucher hinzufügen
Torantriebe, Stapler-Ladegeräte, Torluftschleier und Hofbeleuchtung bekommen je einen eigenen Stromkreis. Phasenzahl und Leistung vom Typenschild übernehmen; bei Ladegeräten prüfen, ob statt Typ B auch Typ F zulässig ist.
- 5
Leistungsbedarf und Phasen prüfen
Der Planer rechnet bei Lagerhallen mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,8 und zeigt den Strom je Phase. Halten Sie die Phasen auf wenige Ampere beieinander und unter der Hauptsicherung.
- 6
Warnungen beheben
Lesen Sie die Problemliste: IP54 für staubige Hallen, FI Typ B für das Ladegerät, 300-mA-Brandschutz-FI bei Sandwichpaneelen. Die meisten lassen sich per Klick beheben.
- 7
Entwurf an die Fachplanung übergeben
PDF mit Übersichtsschaltplan, Einkaufsliste und Montageschritten exportieren. Eine befugte Fachplanung erstellt das Projekt; eine Elektrofachkraft installiert, besichtigt, erprobt und misst.
Regeln und typische Fehler
Anforderungen
DIN VDE 0100 / DIN EN 1838 / örtliche Vorgaben
- Sicherheitsbeleuchtung: Beleuchtungsstärke und Dauer nach DIN EN 1838, Versorgung nach DIN VDE 0100-560, Prüfung nach DIN EN 50172.
- Steckdosenstromkreise bis 32 A brauchen 30-mA-Zusatzschutz (DIN VDE 0100-410, Abschnitt 411.3.3).
- FI-Typ passend zur Last: Typ B, wo Ladegerät oder Antrieb glatte Gleichfehlerströme erzeugen kann.
- Feuerwehrschalter, wo örtliche Brandschutzvorgaben ihn fordern (maßgeblich sind Landesbauordnung und Brandschutzkonzept).
- Schutzart von Gehäuse und Betriebsmitteln passend zu Staub (IP5X) und, in unbeheizten Hallen, zu Kondensat.
- Erstprüfung mit Besichtigen, Erproben und Messen vor der Übergabe (DIN VDE 0100-600).
Häufige Fehler
Kleine Versäumnisse, vermeidbare Probleme
- −Die ganze Halle an einem Lichtstromkreis: ein Fehler, und das Lager ist dunkel.
- −Sicherheitsbeleuchtung hinter demselben FI wie die Allgemeinbeleuchtung.
- −Ein FI Typ A vor dem Stapler-Ladegerät.
- −Querschnitt nur nach Strom gewählt, ohne Spannungsfall auf 60 m Leitungslänge.
- −Ein IP30-Gehäuse in einer staubigen Halle.
- −Kein Arbeitsstromauslöser an der Einspeisung – bemerkt erst bei der Brandschau.
Häufige Fragen
Wie viele Lichtstromkreise braucht eine Lagerhalle?
Teilen Sie die installierte Lichtleistung durch etwa 1,5 kW je B10-Stromkreis. Eine Halle mit 800 m² und 5 W/m² braucht 4 kW, also drei Stromkreise – einen je Phase. Die Verteilung auf L1, L2 und L3 gleicht die Last aus, und ein Fehler verdunkelt nur einen Teil der Halle. Große Hallen profitieren zusätzlich von Zonen, die reihenweise oder tageslichtabhängig geschaltet werden.
Stapler-Ladegerät: FI Typ B nötig?
Meist ja. Hochfrequenz- und Drehstrom-Ladegeräte können glatte Gleichfehlerströme erzeugen, die FI-Schalter Typ A und AC sättigen, sodass sie nicht mehr auslösen. Der Planer setzt das Ladegerät auf einen eigenen FI/LS Typ B. Manche einphasigen Ladegeräte erlauben Typ F – nur wenn das Datenblatt es ausdrücklich zulässt.
DIN EN 1838: Was gilt für die Sicherheitsbeleuchtung?
DIN EN 1838 legt die Beleuchtungsstärke fest: mindestens 1 lx auf der Mittellinie von Rettungswegen, 0,5 lx in Antipanikbereichen und mehr an Arbeitsplätzen mit besonderer Gefährdung. Die Mindestdauer beträgt eine Stunde; viele Länder fordern mehr. Leuchten, Anordnung und Prüfung gehören zur Brandschutzplanung, nicht zur Verteilerplanung.
Sicherheitsbeleuchtung: eigener Stromkreis oder am Lichtstromkreis?
Der Planer gibt Einzelbatterieleuchten einen eigenen B6-Stromkreis mit eigenem 30-mA-FI/LS, damit ein Fehler in der Allgemeinbeleuchtung ihre Versorgung nicht abschaltet. Manche Planer speisen jede Leuchte stattdessen aus dem Lichtstromkreis ihres Bereichs, damit sie auch bei dessen Ausfall leuchtet. Beides ist üblich; die Planung entscheidet.
Ist ein Feuerwehrschalter in der Lagerhalle Pflicht?
In vielen Ländern für Gebäude dieser Größe ja – prüfen Sie die örtlichen Vorgaben. Er ermöglicht der Feuerwehr, das Gebäude von außen spannungsfrei zu schalten, über einen Arbeitsstromauslöser an der Einspeisung und einen Taster am Eingang. Welche Stromkreise versorgt bleiben müssen (Löschpumpen, Entrauchung), legt die Brandschutzplanung fest.
Kann ich den Verteiler nach dem PDF bauen?
Nein – das PDF ist ein Arbeitsentwurf für Fachplanung und Elektrofachkraft. Ein Nichtwohngebäude braucht eine Planung durch eine befugte Fachplanung, abgestimmt mit dem Brandschutzkonzept. Danach installiert eine Elektrofachkraft die Anlage und prüft sie durch Besichtigen, Erproben und Messen.