Warum das wichtig ist
Berührt ein Außenleiter ein Metallgehäuse, muss der Fehlerstrom schnell genug zur Quelle zurückfließen, um einen Schutzschalter oder RCD auszulösen. Welchen Weg er nimmt, legt die Netzform fest — und jede Netzform verlangt anderen Schutz.
Die drei Netzformen im Wohnbau
- TN-S. Ein separater Schutzleiter (PE) kommt mit der Einspeisung an. Fehlerströme sind groß, Schutzschalter lösen schnell aus. Im Verteiler wird PE einfach auf die PE-Schiene gelegt.
- TN-C-S. Die Einspeisung kommt mit kombiniertem PEN-Leiter, der vor dem Wohnungsverteiler in N und PE aufgetrennt wird — am Hausanschluss. Eine PEN-Auftrennung im Wohnungsverteiler ist unzulässig: Ein PEN-Bruch weiter oben legt die Netzspannung auf jedes geerdete Gehäuse.
- TT. Von der Einspeisung kommt kein nutzbarer PE; die Erdung übernimmt ein örtlicher Erder. Der Fehlerstrom wird durch den Erdungswiderstand (mehrere zehn Ohm) begrenzt und ist viel zu klein, um einen Schutzschalter auszulösen — ein RCD am Verteilereingang ist zwingend, und der Erdungswiderstand muss messtechnisch bestätigt werden.
Kein PE-Leiter? Nicht raten
Kommt kein separater grün-gelber PE-Leiter ins Haus, lässt sich die Netzform nicht aus der Wand ableiten: TN-C-S anzunehmen bedeutet eine unzulässige PEN-Auftrennung, TT anzunehmen setzt einen Erder voraus, den es vielleicht gar nicht gibt. Die Netzform muss von einer Elektrofachkraft geplant und geprüft werden. PlanMyPanel kennzeichnet solche Projekte ausdrücklich und geht bis dahin vom ungünstigsten Fall (TT) aus.