Eine Stromform, unterschiedliche RCD-Fähigkeiten
RCD-Typ auswählen
A ergänzt AC um die Erkennung pulsierender Gleichfehlerströme.
Fehlerstromform auswählen
Pulsierender DC
Impulse fließen in einer Richtung und können auf null abfallen. Gleichrichter können diese Form erzeugen; A, F und B erfassen sie.
A: Diese Stromform wird vom Typ erfasst
Die Grafik zeigt den Fehlerstrom, nicht den Betriebsstrom des Geräts. Die Formen sind schematisch; Amplituden, Frequenzen und Abschaltzeiten werden nicht simuliert. Die passende Stromform allein bedeutet keine Auslösung: Stromhöhe und Prüfbedingungen zählen ebenfalls.
Mögliche Anwendung · A
Elektronische Geräte mit Gleichrichtern; häufig Ausgangspunkt für Haushaltsstromkreise.
Darauf achten · A
A erkennt eigenständigen glatten DC nicht als Schutzfunktion. Die Verträglichkeit einer begrenzten überlagerten DC-Komponente ist etwas anderes.
Inhalt
Drei Angaben, drei unterschiedliche Fragen
40 A · Betriebsstrom
Bemessungsstrom unter Herstellerbedingungen, keine Fehlerstromempfindlichkeit. Ein RCCB benötigt abgestimmten Überstromschutz und schützt sich nicht selbst vor Überlast.
30 mA · Empfindlichkeit
Bemessungsdifferenzstrom IΔn. A 30 mA und B 30 mA erfassen unterschiedliche Stromformen; auch die Auslöseschwellen hängen von der Form ab.
A · Fehlerstromtyp
Buchstabe oder Symbol kennzeichnen den Typ. Der vergrößerte Buchstabe dient der Darstellung; Symbole und Anordnung sind modellabhängig.
RCD-Typ und angeschlossene Geräte
Haushaltselektronik
Typ A oder den vom Hersteller geforderten Typ prüfen. Leistung und Steckdosenanzahl bestimmen den Buchstaben nicht.
Waschmaschine und Klimagerät
Ein einphasiger drehzahlgeregelter Antrieb kann F benötigen. Andere Modelle können B verlangen: RCD-Angaben der Anleitung beachten.
Dreiphasiger Antrieb
Gleichrichter und Umrichter können glatten DC erzeugen. Bedarf an B und Frequenzbereich prüfen; allein die Phasenzahl reicht nicht.
PV-Wechselrichter
Ist im AC-Stromkreis ein RCD erforderlich, hängt der Typ von Konstruktion, AC/DC-Trennung und Herstellerangaben ab. Die EV-Ausnahme mit 6 mA gilt nicht pauschal für PV. Rückspeisung verlangt außerdem eine geeignete Stromflussrichtung des Schutzgeräts.
E-Auto-Laden: wozu 6 mA DC?
Bestätigt die Ladeanleitung eine RDC-DD mit 6 mA DC?
Unbekannt
„DC protection“ oder „Fehlerstromüberwachung“ allein genügt nicht. Modell, Norm und Abschaltanordnung nachlesen oder beim Hersteller erfragen. A + RDC-DD darf nicht einfach vorausgesetzt werden.
6-mA-DC-Erkennung begrenzt den Gleichstromanteil für die Verträglichkeit der Schutzgeräte. Sie ersetzt nicht den erforderlichen 30-mA-Schutz gegen elektrischen Schlag. Mehrere Ladepunkte und weitere DC-Quellen erfordern eine Bewertung der Summe am gemeinsamen RCD.
Häufige Verwechslungen
RCD-Typ B ≠ Leitungsschutz B16
B beim RCD beschreibt Fehlerstromformen. Bei B16 bezeichnet B die Schnellauslösecharakteristik und 16 den Bemessungsstrom. Ein FI/LS kann gleichzeitig C16 und Fehlerstromtyp A haben.
S steht für Zeitverzögerung
S kennzeichnet eine selektive verzögerte Ausführung, keine zusätzliche Stromform nach B. Beispiele sind A-S und B-S. Zeit und Empfindlichkeit müssen abgestimmt werden; S ist kein gewöhnlicher Ersatz für schnellen Zusatzschutz.
DC kann vorgeschalteten Schutz beeinträchtigen
DC kann den Messkern sättigen und die Erkennung verschlechtern. Ein nachgeschalteter B macht nicht jeden vorgeschalteten A geeignet: Bis zur Abschaltung fließt DC durch beide. Die gesamte Kette anhand von Herstellerdaten prüfen.
Auswahl überprüfen
- 1
RCD-Typ, IΔn, Frequenzen, integrierten DC-Schutz und zulässigen Aufbau in der Geräteanleitung suchen. Fehlende Angaben beim Hersteller erfragen.
- 2
Örtliche Vorschriften, Erdung, Bemessungsstrom und Überstromschutz prüfen. Die Fehlerstromform beantwortet diese Fragen nicht.
- 3
Alle RCDs in Reihe und weitere Fehlerstromquellen abstimmen. Die vorgeschriebenen Anlagenprüfungen bleiben notwendig; TEST bestätigt nicht den richtigen Typ.
Häufige Fragen
Ist B immer besser und sicherer?
B erfasst mehr Formen. Bemessungsstrom, Empfindlichkeit, Frequenzen, Stromflussrichtung und Koordination bleiben entscheidend. B behebt keine Planungsfehler.
Darf ein bestehender AC bleiben?
Der Buchstabe allein bewertet keine Anlage. Geräte, mögliche Fehlerströme, Zustand und nationale Regeln müssen fachlich geprüft werden.
Braucht jeder Inverter F?
Nein. F ist für bestimmte einphasige Antriebe vorgesehen. Glatter DC oder andere Eigenschaften können B verlangen; Anleitung und Installationsregeln entscheiden.
Beweist ein erfolgreicher TEST den richtigen Typ?
Nein. TEST prüft einen internen Prüfkreis, nicht alle Stromformen der angeschlossenen Geräte und nicht die gesamte Koordination.
Welchen FI-Typ brauchen Wärmepumpe oder Induktionskochfeld?
Einen einheitlichen Buchstaben für diese Geräte gibt es nicht. Maßgeblich ist die Installationsanleitung: Viele Modelle nennen Typ A, manche Inverter-Wärmepumpen verlangen F oder B. Fehlt die Angabe, fragen Sie den Hersteller; die Elektrofachkraft entscheidet nach den nationalen Regeln.
Quellen und weitere Artikel
- Schneider Electric — Types of RCDs
- IET — Which RCD Type?
- IET — RCDs for electric vehicle supply equipment
- Schneider Electric — RCDs and DC earth leakage
- Schneider Electric — Coordination of RCDs
- IET — Bidirectional protective devices
- Wie ein RCD arbeitet
- RCD und FI/LS
- Selektive RCDs in Reihe
- LS-Charakteristiken B, C und D