Kommt der gesamte Strom zurück?
- Stromnetz
- Verteiler mit FI
- Waschmaschine
- Zum Gerät über L
- 5 A
- Zurück über N
- 5 A
- Stromdifferenz
- 0 mA
Normaler Betrieb
Über L fließen 5 A zur Maschine, über N kommen 5 A zurück. Beide Leiter durchlaufen den Messkern des FI. Die Differenz ist null: kein Fehlerstrom als Auslösegrund.
Inhalt
40 A und 30 mA bedeuten Verschiedenes
- 1
40 A · In
Bemessungsstrom unter den Herstellerbedingungen, keine Überlast-Auslöseschwelle. Ein 40-A-FI muss bei 45 A nicht abschalten. Ein abgestimmter LS oder eine Sicherung schützt ihn vor Überstrom.
- 2
30 mA · IΔn
Bemessungsdifferenzstrom: Empfindlichkeit für die Differenz zwischen Hin- und Rückstrom. 30 mA = 0,03 A. Die normale Gerätelast ist dadurch nicht auf 30 mA begrenzt.
- 3
Typ A
Kennzeichnet erfassbare Fehlerstromformen: sinusförmige Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Auswahl nach Geräten und örtlichen Anforderungen. Nicht mit LS-Charakteristiken B/C/D verwechseln.
- 4
T / TEST
Erzeugt intern einen Differenzstrom zur Funktionsprüfung. Misst keinen Erdungswiderstand und ersetzt keine Prüfung der Anlage durch eine Elektrofachkraft.
30 mA: Wann muss der FI auslösen?
Bewegen Sie den Fehlerstrom-Regler. Der beispielhafte Hinstrom beträgt 5 A. Das Modell zeigt die Ströme vor einer möglichen Abschaltung: Auch bei kleiner Last ist eine Differenz erkennbar.
- Zum Gerät über L
- 5 A
- Zurück über N
- 5 A
- Stromdifferenz
- 0 mA
0–15 mA: darf bei der Prüfung nicht auslösen
Bei halbem IΔn muss die vorgesehene Prüfung ohne Auslösung bleiben. Das beschreibt den FI, nicht einen sicheren Körperstrom.
Die Bereiche gelten für einen üblichen unverzögerten 30-mA-RCD bei sinusförmigem Wechselfehlerstrom unter Prüfbedingungen. Für andere Stromformen und Gerätetypen gelten andere Bedingungen. 30 mA sind kein ungefährlicher Körperstrom; die Auslösezeit ist nicht bei jedem Fehlerstrom gleich.
Wovor der FI nicht schützt
Überlast und Kurzschluss L–N
Gemeint ist hier ein RCCB ohne Überstromschutz. Auch ein großer Strom kann vollständig über N zurückfließen. Ein LS schützt die Leitung; ein FI/LS kombiniert beide Funktionen.
Nicht jeder Stromschlag
Beim gleichzeitigen Berühren von L und N kann der Körperstrom ohne Differenz durch den FI hin- und zurückfließen. Der FI senkt Risiken unter bestimmten Bedingungen, macht Berührungen aber nicht sicher.
Kein Ersatz für PE
PE kann Fehlerstrom vom Gehäuse ableiten, bevor jemand es berührt. Ohne PE kann das Gehäuse bis zu einem anderen Strompfad unter Spannung bleiben. Ein FI ersetzt keinen fehlenden oder unterbrochenen PE. Im TT-System ist der Rückweg anders; die Netzform bestimmt die Anforderungen.
Wozu dient die Prüftaste?
- 1.
Angeschlossene Geräte verlieren bei der Prüfung ihre Versorgung. Beachten Sie die Geräteanleitung und örtliche Vorgaben; ein einheitliches Prüfintervall für alle Modelle und Umgebungen gibt es nicht.
- 2.
Betätigen Sie die eingebaute Taste T/TEST nach Anleitung. Unter den vorgesehenen Versorgungsbedingungen muss der FI auslösen. Keinen Fehlerstrom mit Drähten, Wasser oder Berührung erzeugen.
- 3.
Löst er nicht aus, verlassen Sie sich nicht auf den Schutz und wenden Sie sich an eine Elektrofachkraft. Ein erfolgreicher TEST bestätigt weder PE-Durchgängigkeit noch Isolation oder Abschaltzeit der gesamten Anlage.
Häufige Fragen
Funktioniert ein FI ohne Schutzleiter?
Er kann auch ohne PE einen Rückstrom außerhalb der überwachten Leiter erkennen. Bei einem ungeerdeten defekten Gehäuse kann dieser aber erst durch Berührung entstehen. Der FI ersetzt PE nicht.
100 mA statt 30 mA gegen häufiges Auslösen?
Damit wird die Ursache nicht behoben. 100 oder 300 mA sind für zusätzlichen Personenschutz nicht gleichwertig mit 30 mA. Fehler, falsche Verbindungen oder summierte Ableitströme müssen untersucht werden.
Warum sind mehrere Räume gleichzeitig dunkel?
Ein gemeinsamer FI kann mehrere Stromkreise mit einzelnen LS schützen. Ein Fehlerstrom schaltet dann die ganze Gruppe ab. Einzelne FI/LS können den Ausfallbereich verkleinern.
Sind RCD, RCCB und RCBO dasselbe?
RCD ist der Oberbegriff. RCCB ist ein FI ohne Überstromschutz; RCBO ein FI/LS mit zusätzlichem Überlast- und Kurzschlussschutz. Diese Darstellung zeigt einen RCCB.
Wie oft sollte ich die Prüftaste drücken?
So oft, wie es die Anleitung des Geräts vorgibt: Viele Hersteller empfehlen eine regelmäßige Prüfung, etwa alle paar Monate. Die Prüftaste schaltet alle Stromkreise hinter dem FI ab, speichern Sie also vorher Ihre Arbeit. Löst er nicht aus, verlassen Sie sich nicht darauf und rufen Sie eine Elektrofachkraft.
Quellen und weitere Informationen
- Schneider Electric — Description of RCDs
- Schneider Electric — Additional protection: high sensitivity RCDs
- ABB — FAQ: Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen
- Schneider Electric — RCD test intervals
- Netzformen TN und TT
- LS-Nennströme und Charakteristiken
- FI oder FI/LS: was abschaltet
- FI-Typen AC, A, F und B
- Warum Schutzgeräte auslösen